Dienstag, 3. September 2013

Zwischen Weltfriedenstag und Bundestagswahl

Auf der Coswiger  Hauptstrasse zeigte sich DIE LINKE und ihr "Bodenpersonal"

(rh) Was nützt es, wenn Polit-Stars in den Parlamenten herumregieren - und an der Basis reicht es maximal für Rituale? DIE LINKE in Coswig zeigte heute, dass sie (nicht nur) im Wahlkampf eine zahlreiche, bunte und vielgestaltige Basis mobilisieren kann, wenn's drauf ankommt. Fast alle Stadträte der Linksfraktion, Vorstandsmitglieder, unermüdliche Öffentlichkeitsarbeiter und "ganz normale" Mitglieder und Sympathisanten standen zum Gespräch bereit.
Dabei waren weder die Vorsitzende noch ihr Stellvertreter vom Arbeitsplatz abkömmlich - und es lief auch so. Manche/r hatte frei genommen, einzelne Einkaufsbeutel vom Wochenmarkt verwiesen auf die sinnvolle Verbindung des Politischen mit dem Zweckmässigen und insgesamt wirkte diese lebendige, bunter Truppe doch recht einladend zu Gesprächen über Gott und die Welt, Krieg und Frieden in Syrien und vor allem darüber, wer im nächsten Bundestag den Kurs dieser Republik bestimmen soll.
Angenommen wurde dieses Angebot von Coswigern, die das Fahrrad vorbei schoben - aber auch von Leipziger Touristen, die gerade im Kötitz auf dem Campingplatz wohnen und etwas über Coswig erfahren wollten. Ob Verhältnisse im Rathaus - einschliesslich Ablauf bei Flutalarm - oder die Hochwassermarke an Baldaufs Hausecke, der Stadtführer am Infostand konnte Auskunft geben.

"Wie will die Linke ihr '100% sozial' denn bezahlen?" - wurde gefragt. Zum Glück hatte Dietmar Bartsch es in der gestrigen Fernsehsendung erklärt: Wenn die CDU bereit wäre, zu den Spitzensteuersätzen der Regierung Kohl zurückzukehren, dann wäre das schon ein entscheidender Schritt zur "Reichensteuer".

Ortsvorstand und Aktive haben sich noch nicht ausführlich über all die Gesprächsinhalte ausgetauscht. Das kann heute Abend in der Vorstandssitzung geschehen. Schon jetzt aber ist klar: Nach den Linken wird gefragt. DIE LINKE erfreut sich einer fast überraschenden Nachfrage. Der angebliche, verloren geglaubte - und teils gehoffte - "Lafontaine-Bonus" könnte ausgeglichen worden sein. Durch Politik, wie sie jetzt gerade läuft - und die Hoffnung auf eine bessere. Und dabei haben wir noch nicht einmal über "Millionen für Drohnen" und zuständige Minister gesprochen. Aber in den Köpfen scheint das Thema mitzuticken. Vielleicht hält es ja an und verschwindet nicht so geräuschlos, wie der NSU-Prozess im NSA-Lärm gegenwärtig verschwunden ist.

Zwei Stadträtinnen in bester Laune.

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